Mythen und Fakten rund um Schwangerschaft und Geburt

Rund um Schwangerschaft und Geburt ranken sich zahlreiche Mythen, die oft über Generationen weitergegeben werden. Manche enthalten einen kleinen wahren Kern, andere halten sich hartnäckig, obwohl sie längst widerlegt sind – und können dabei unnötig verunsichern. Zeit also, mit einigen dieser Irrtümer aufzuräumen.

Mythos: „Schwangere sollten für zwei essen.“

Falsch!
Der Kalorienbedarf steigt in der Schwangerschaft nur moderat. Ab dem zweiten Trimester sind etwa 250 bis 300 zusätzliche Kalorien pro Tag sinnvoll – das entspricht ungefähr einem belegten Vollkornbrot. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Qualität der Ernährung. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost versorgt Mutter und Baby optimal.

Mythos: „Das Geschlecht des Babys erkennt man an der Bauchform.“

Stimmt nicht.
Ob der Bauch eher rund, spitz, hoch oder tief sitzt, sagt nichts über das Geschlecht des Kindes aus. Die Bauchform wird von vielen anderen Faktoren beeinflusst – etwa vom Körperbau der Mutter, der Muskelspannung, der Anzahl vorheriger Schwangerschaften oder der Lage des Babys.

Mythos: „Man kann ein Baby verwöhnen.“

Ganz klar falsch.
Ein Baby kann mit Liebe, Nähe und Zuwendung nicht verwöhnt werden – im Gegenteil: Diese Bedürfnisse sind lebenswichtig für eine gesunde Entwicklung. Neugeborene handeln nicht manipulativ. Wenn sie weinen, dann, weil sie etwas brauchen. Wird zuverlässig auf ihre Signale reagiert, entwickelt sich Urvertrauen. Dieses bildet die Grundlage für emotionale Stabilität, Selbstbewusstsein und sichere Bindungen im späteren Leben.

Mythos: „Mit dem Rauchen sollte man nicht schlagartig aufhören.“

Auch das ist falsch.
Je früher eine Schwangere mit dem Rauchen aufhört, desto besser – jede einzelne Zigarette schadet. Schadstoffe wie Nikotin und Kohlenmonoxid gelangen über den Blutkreislauf direkt zum ungeborenen Kind. Ein „langsames Reduzieren“ bringt keinen Vorteil – ein sofortiger Rauchstopp ist der beste Schutz für Mutter und Baby.

Mythos: „Beim Stillen wird man nicht schwanger.“

Nicht zuverlässig.
Stillen kann den Eisprung vorübergehend unterdrücken, bietet jedoch keinen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft. Das beim Stillen ausgeschüttete Hormon Prolaktin kann die Eizellreifung hemmen – diese sogenannte Laktationsamenorrhoe wirkt jedoch nur eingeschränkt und meist nur zu Beginn der Stillzeit, wenn ausschließlich und sehr häufig gestillt wird.

14.Jänner. 2026
PVN Untere Feldaist